Universal-Religion

 

Die Wirklichkeit des Menschen

 

 

        "O Sohn des Menschen! 

 Verhüllt in Meinem unausdenkbaren Wesen

   und in der Ewigkeit Meines Seins erkannte Ich

    Meine Liebe zu dir; darum erschuf Ich dich,

    prägte dir Mein Ebenbild ein und offenbarte

        dir Meine Schönheit." (1 

 

  

 

  "O Sohn des Seins!

    Mit den Händen der Macht erschuf Ich dich,

    mit den Fingern der Kraft formte Ich dich, und Ich

   legte in dich Mein strahlendes Leuchten. Begnüge

  dich damit und suche nichts anderes, denn

 Mein Werk ist vollkommen und Mein Gebot

     bindend. Sei dessen gewiss und zweifle nicht." (2

                                              - Bahá'u'lláh -

                                                       Aus dem Baha'i-Schriftum: 1) Verborgene Worte arab. No. 3   2). No. 12 

 

  

 

Die zwei Naturen im Menschen

Aus dem Baha'i-Schriftum: Ansprachen in Paris von 'Abdu'l-Bahá  Kp. 28 und 18

  

  "Der Mensch - der wahre Mensch - ist Seele und nicht Körper. Obwohl der Mensch dem Körper nach zum Tierreich zählt, erhebt ihn seine Seele doch über die übrige Schöpfung. Siehe, wie die Welt des Stoffes durch das Sonnenlicht erleuchtet wird! In gleicher Weise, ergiesst das göttliche Licht seine Strahlen in das Reich der Seele. Es ist die Seele, die das menschliche Geschöpf zu einem himmlischen Wesen macht. Durch die Macht des Heiligen Geistes, der durch die Seele wirkt, ist der Mensch imstande, die göttliche Wirklichkeit der Dinge wahrzunehmen. ...Der gleich Geist verleiht uns ewiges Leben...

 

...Im Menschen sind zwei Naturen: Seine geistige oder höhere und seine materielle oder niedere Natur. In der einen nähert er sich Gott, wogegen er in der anderen nur die materielle Welt lebt. Von beiden Naturen finden sich in den Menschen Zeichen. In seiner materiellen Art bringt er Lüge, Grausamkeit und Ungerechtigkeit zum Ausdruck, die alle seiner niederen Natur entspringen. Die Eigenschaften seiner göttlichen Natur erscheinen als Liebe, Erbarmen, Güte, Wahrheit und Gerechtigkeit und diese sind Ausdruck seines höheren Wesens. Alles gute Gebaren, jeder edle Zug gehört der geistigen Natur des Menschen an, wogegen alle seine Unzulänglichkeiten und bösen Taten aus seiner materiellen Wesensart heraus geboren werden...

 

 

Die grösste Gabe für den Menschen

Aus dem Baha'i-Schriftum: Ansprachen in Paris von 'Abdu'l-Bahá 

 

    Gottes grösste Gabe für den Menschen ist der Intellekt, die Möglichkeit der Erkenntnis. Erkenntnis ist die Fähigkeit, durch die der Mensch sich Kenntnis von den verschiedenen Schöpfungsreichen und mannigfachen Stufen der Erscheinungswelt, sowie von vielem aus dem Bereich des Unsichtbaren holt.

  Indem er diese Gabe besitzt, ist er in sich die Summe der voraus-gegangenen Schöpfung, kann er mit deren Reichen in Verbindung treten und sich, dank seiner wissenschaftlichen Kenntnis, bis zur prophetischen Schau erheben.

  Die Erkenntnisfähigkeit ist in der Tat die köstlichste Veranlagung, die die göttliche Freigebigkeit dem Menschen zugedacht hat. Nur der Mensch besitzt unter den erschaffenen Wesen diese wunderbare Gabe.

 

  Die ganze, dem Menschen vorangehende Schöpfung ist durch das strenge Naturgesetz gebunden. Die grosse Sonne, die mannigfachen Sterne, die Meere und Seen, die Berge, die Flüsse, die Pflanzen, die Tiere,  gros-se und kleine - niemand vermag sich dem Gesetz der Natur zu entziehen.

  Nur der Mensch hat Freiheit, und durch seine Erkenntnisfähigkeit, seinen Intellekt, war er imstande, die Kontrolle über die Naturgesetze zu erlangen und einige von ihnen seinen eigenen Bedürfnissen anzupassen. Durch die Fähigkeit des Intellekts hat er die Möglichkeit entdeckt, durch die er nicht nur grosse Erdteile in Schnellzügen durchreisen und weite Meere mit Schiffen überqueren kann, sondern sogar wie die Fische unter Wasser, in Tauchbooten  durchschwimmen und in Luftschiffen gleich Vögeln durch die Luft fliegt.

  Es ist dem Menschen gelungen, auf verschiedenerlei Art, die elektrische Kraft zu nützen, als Licht, als Antrieb, um Mitteilungen von einem Ende der Erde an das andere zu senden, und auf elektrischem Wege kann er sogar Stimmen über viele Meilen hin vernehmen. 

 

  Durch diese Gabe der Erkenntnis, des Intellekts, war er auch in der Lage, die Sonnenstrahlen zu benutzen, um Menschen und Dinge abzu-bilden und sogar weit entfernte Himmelskörper in ihren Formen einzu-fangen. Wir sehen, in wie mannigfacher Weise der Mensch vermocht hat, die Naturkräfte seinem Willen zu unterwerfen. 

  Wie bedrückend ist es doch zu sehen, dass der Mensch seine von Gott verliehenen Gaben missbraucht, um Gottes Gebot "Du sollst nicht töten" zu verletzen und Christi Vorschrift "Liebet einander" Trutz zu bieten.

  Gott gab dem Menschen diese Macht, damit er sie zum Fortschritt der Zivilisation, zum Heil der Menschheit und zur Förderung der Liebe, der Eintracht und des Friedens nutze. Der Mensch aber zieht vor, diese Gabe zur Vernichtung statt zum Aufbau zu verwenden, zu Ungerechtigkeit und Unterdrückung, zu Hass und Missklang, zur Verwüstung und zur Aus-rottung seines Nächsten, denen Christus befohlen hat, einander wie sich selbst zu lieben. 

  

  Ich hoffe, dass ihr eure Erkenntnisfähigkeit benutzen werdet, um die Einheit und Ruhe des Meschengeschlechts zu fördern, dem Volk Bele-bung und Zivilisation zu geben, Liebe überall um euch zu wecken und den allegmeinen Frieden herbeizuführen. Studiert die Wissenschaften, eignet euch mehr und mehr Wissen an. Man kann gewiss bis an sein Le-bensende lernen. Nutzt euer Wissen stets zum Wohle anderer, dann mag der Krieg von dieser schönen Welt ablassen und ein herrlicher Bau des Friedens und der Eintracht aufgerichtet werden. Bemüht euch darum, dass eure hohen Ideale im Reiche Gottes auf der Erde wie im Himmel verwirklicht werden mögen.   >28

 

   

 

 

 

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